Vortrag Zwischen Kontrolle, Konsum und kollektiver Ermächtigung

Digitalisierung im Spannungsfeld von Technikoptimismus und Nachhaltigkeit

Neue digitale Lösungen sind häufig mit Erwartungen und Versprechungen zur Lösung ökologischer und sozialer Problemlagen verbunden. Auf der einen Seite werden Befürchtungen laut, die Digitalisierung führe uns in eine Überwachungsgesellschaft, in der soziale Ungleichheiten zementiert werden, und immer mehr Produkte und Dienstleistungen das Konsumniveau und damit auch den Energie- und Ressourcenverbrauch in die Höhe treiben. Auf der anderen Seite wird die Digitalisierung auch als Chance für mehr Demokratie, gesellschaftliche Teilhabe und Transparenz gesehen, um kooperative Formen des Lebens und Wirtschaftens zu fördern. Ob digitale Lösungen tatsächlich zu einem verringerten Energie- und Ressourcenverbrauch führen und welche indirekten Umwelteffekte damit verbunden sind, oder ob viele von ihnen eben doch nur ein großes Komfortversprechen darstellen, wird in diesem Vortrag näher beleuchtet. Schließlich entfaltet sich die Digitalisierung keineswegs im „luftleeren Raum“, sondern technische Entwicklungen sind immer auch das Ergebnis sozialer Aushandlungsprozesse und bei Ihrer Ausgestaltung wirken verschiedene Akteure mit, die unterschiedliche Interpretationen der Technik haben und verschiedene Zielsetzungen damit verfolgen. Andersherum bedeutet dies jedoch auch, dass Technik im Sinne gesellschaftlich gewünschter Vorstellungen und Ziele gestaltet werden kann. Viele aktuelle technische Entwicklungen im Bereich digitaler Technologien bewegen sich in diesem Spannungsfeld, welches den Ausgangspunkt des Vortrages bildet.


18:00 Uhr

Politische Akademie der SDS

Europaallee 18

66113 Saarbrücken

Elena Steinmetz

Telefon: 0681 - 906 26 - 11

Referentin:

Dipl. soz. tech. Friederike Rohde

beschäftigt sich als Techniksoziologin mit dem Zusammenspiel von gesellschaftlichen und technologischen Wandel. Am Institute for Sustainability und dem Zentrum Technik und Gesellschaft (ZTG) hat sie unter anderem zu Themen wie der Digitalisierung des Energiesystems, Smart Cities und nachhaltigem Wirtschaften gearbeitet. Seit 2018 forscht sie am Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) im Rahmen der SÖF-Nachwuchsforschungsgruppe „Digitalisierung und sozial-ökologische Transformation“ zu den ökologischen und sozialen Folgen des digitalen Wandels. In ihrer Promotion an der TU Berlin analysiert sie technologiebezogene Zukunftsvorstellungen zum vernetzten Wohnen und welche Wertvorstellungen im Hinblick auf die Nutzungs- und Konsumweisen von Innovation diese transportieren.

Friederike Rohde